Coaching als Status-Symbol - Wie wirkt denn das?

Coaching als Status-Symbol - Wie wirkt denn das?

Immer mal wieder bekomme ich von Unternehmen Anfragen für Coachings für Einzelpersonen oder für Teams. Am Telefon klären wir zunächst einmal grob die Themenstellung und das Ziel des Coachings und sprechen über meine Coaching-Ansätze und erste Ideen, wie ich dieses Coaching durchführen würde. Ich bekomme dann immer das Feedback meiner Gesprächsteilnehmer, dass meine Ideen zur Vorgehensweise sehr plausibel erscheinen und sie mir den Auftrag gerne erteilen möchten. Spätesten jetzt sprechen wir dann auch darüber, was das Coaching kosten darf. 

Wenn die zu coachende Person oder das Team auf der ersten oder zweiten Hierarchieebene des Unternehmens angesiedelt sind, ist mein Tagessatz in der Regel kein Problem. Handelt es sich aber um Personen oder Teams aus dem Mittelbau oder dem Unterbau des Unternehmens, dann machen die Gesprächspartner in der Regel einen Rückzieher, weil – so das Argument – Coaching unterhalb der ersten und zweiten Hierarchieebene deutlich weniger kosten muss – oder nur deutlich weniger kosten darf. 

Diese Honorarpolitik scheint mir ein ziemlich respektloses Relikt aus frühkapitalistischen Zeiten zu sein. Damals, als es in Unternehmenskantinen noch ein separates Vorstandskasino gab, damit die Damen – sofern es welche gab – und Herren Vorstand nicht ohne Not mit dem gemeinen Volk am gleichen Tisch die gleichen Lebensmittel konsumieren mussten. Das ist ganz nach dem Motto: Für Oberhäuptlinge und Häuptlinge ist das Beste gerade gut genug, Indianer müssen sich halt eben mit Durchschnitt begnügen. Das empfinden die Indianer – sofern  sie es mitbekommen – als wenig respektvoll und wertschätzend. 

Wer Coaching-Leistungen auch im Sinne von Statussymbolen unterschiedlich honorieren will, darf sich nicht wundern, wenn Coaching-Leistungen im Unternehmen unterschiedlich wirksam sind.

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